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Republik Moldau - Pater Sporschills neue Stadt
für arme Kinder

 

Der einst zur Sowjetunion gehörende Staat zwischen Rumänien und der Ukraine gilt - mit durchschnittlich 15 Euro Monatseinkommen - als eines der ärmsten Länder Europas. Mindestens 50.000 Kinder müssen alleine zurechtkommen, weil ihre Eltern keine Arbeit finden und das tägliche Brot im Ausland suchen.

 

Armut hat viele Gesichter. Bettelnde alte Menschen an den U-Bahnschächten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Klebstoff schnüffelnde Straßenkinder in der Ukraine, für die es keine Zukunft zu geben scheint, Menschen, die, erstaunlicherweise ordentlich gekleidet, in Mülltonnen nach Nahrungsmitteln suchen. Sie gehören zu den Verlierern der großen sozialen Umbrüche in meiner Heimat, die mit der Wende 1991 ihren Anfang genommen haben. Dabei sind sie nur die Spitze eines Eisberges, sichtbarer Ausdruck eines allgemeinen Trends zur Armut. Der offiziellen Statistik zufolge leben bis zu 80 Prozent der Bevölkerung in der Ukraine mit Einkommen unterhalb des Lebensminimums.

Gleichzeitig fällt dem Besucher der ukrainischen Hauptstadt die große Anzahl von Luxusautomobilen auf den Straßen und Luxusvillen in den Vorstädten auf – protzig zur Schau gestellte Attribute der Gewinner des gesellschaftlichen Umbruchs. Diese vergleichsweise kleine Schicht der Neureichen hat ihr Geld hauptsächlich bei der Umverteilung des kommunistischen Staatsvermögens, während der so genannten „Privatisierung“ 1993-1998, gemacht, durch die „unheilige Allianz“ von Wirtschaft und korrupter Politik. Der Großteil der Bevölkerung hat damals seine Ersparnisse verloren; Betriebe wurden geschlossen, Löhne und Gehälter sind rapide gesunken. So hatten die meisten Menschen keine Möglichkeit, an der Privatisierung und am wirtschaftlichen Geschehen teilzunehmen. Sie fielen in die Armutsfalle, sind Vergessene.

Nur langsam bildet sich in der Ukraine eine gesellschaftliche Mittelschicht heraus, mit der viele Menschen, insbesondere nach der „Revolution in Orange“, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbunden haben. Ein Jahr nach der „Revolution in Orange“ ist die Euphorie und die Illusion von schnellen sozialen und politischen Veränderungen in der Ukraine jedoch verflogen. Denn mit Blick auf die Parlamentswahlen im März 2006 hat es die „orangene“ Regierung nicht gewagt, unpopuläre, jedoch notwendige Wirtschaftsreformen radikal anzugehen. Vielmehr hat sie sich zu populistischen Maßnahmen hinreißen lassen, ohne die Perspektiven für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung aufzuzeigen. Daher bleiben Armut und ihre Folgen die dominierenden gesellschaftlichen Probleme in der Ukraine.